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Plus-Adressierung: Gmail, Outlook, iCloud und die Grenzen
Plus-Adressierung, auf Englisch auch „subaddressing“ genannt, bedeutet: Du fügst vor dem @ deiner E-Mail-Adresse ein Pluszeichen und einen Zusatz ein. Mails an jane+shop@example.com werden an jane@example.com zugestellt, und über den Zusatz kannst du sie filtern. Das funktioniert nur dort, wo der empfangende Anbieter es unterstützt: Gmail, Geschäfts- und Schulkonten bei Microsoft 365, Fastmail und Proton Mail dokumentieren es. Deine Adresse verbirgt es nicht, denn jeder kann den Zusatz löschen. Für eine Adresse, die deine echte nicht enthält, gibt CatchNone jedem Shop und jedem Newsletter einen eigenen Alias und zeigt dir, welchen jede Nachricht erreicht hat, auf iPhone, iPad und Mac.
Outlook.com, Hotmail und iCloud Mail dokumentieren es nicht, teste diese Adressen also, bevor du dich darauf verlässt. Die Angaben zu den Anbietern unten entsprechen dem Stand vom 25. September 2026.
Was ist Plus-Adressierung bei E-Mails?
Der Zusatz ist alles zwischen dem + und dem @. Ein Anbieter, der Plus-Adressierung unterstützt, ignoriert den Zusatz, wenn er das Postfach auswählt, und lässt ihn in der Adresse stehen, damit deine Filter ihn auslesen können.
RFC 5233 (Januar 2008) nennt das Subaddressing und bezeichnet das + als „eine gängige Möglichkeit“, den Benutzer vom zusätzlichen „Detail“ zu trennen. Es handelt sich um eine Erweiterung von Sieve, einer Standardsprache für Mailfilter, nicht um eine Regel, an die sich Anbieter halten müssen. Was der Teil vor dem @ bedeutet, entscheidet allein das empfangende System (RFC 5321, § 2.3.11), deshalb verwenden manche Mailserver ein anderes Trennzeichen und manche gar keins.
Die Hilfe von Google nennt diese Adressen „Gmail aliases“ (Gmail-Aliasse). Eigene Adressen sind das aber nicht: Jede enthält deine echte Adresse. Dieser Ratgeber nennt sie Plus-Adressen.
Darf eine E-Mail-Adresse ein Pluszeichen enthalten?
Ja. Das + ist vor dem @ ein Standardzeichen (RFC 5322, § 3.2.3). Die Hinweise der IETF für Entwickler führen user+mailbox@example.com als gültig auf und sagen, dass Programme, die Adressen prüfen, solche Zeichen „einfach akzeptieren müssen“ (RFC 3696). Auch das in Webbrowser eingebaute E-Mail-Feld akzeptiert es (HTML Standard).
Welche E-Mail-Anbieter unterstützen Plus-Adressierung?
Die Tabelle zeigt, was jeder Anbieter in seiner eigenen Dokumentation angibt, Stand September 2026. Ein Zustelltest ist das nicht. Wo ein Anbieter nichts dazu sagt, widersprechen sich Listen von Dritten, also teste deine Adresse, bevor du dich darauf verlässt.
| Anbieter | Vom Anbieter dokumentiert? | Senden von einer Plus-Adresse | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Gmail (privat) | Ja (Gmail-Hilfe) | Nicht dokumentiert | Google schlägt Zusätze wie +news und +shopping vor |
| Google Workspace | Ja (Google Workspace) | Nicht dokumentiert | Gilt ebenso für geschäftliche und schulische Adressen |
| Microsoft 365 (Geschäfts- oder Schulkonto) | Ja, standardmäßig aktiviert (Microsoft Learn) | Nein, nur Empfang | Admins können es abschalten |
| Outlook.com, Hotmail, Live | Nein | Nicht dokumentiert | Nutzer berichten sowohl von Zustellung als auch von fehlenden Nachrichten |
| iCloud Mail | Nein | Nicht dokumentiert | Anleitungen von Dritten widersprechen sich |
| Yahoo Mail | Nein | Nicht dokumentiert | Yahoos eigenes Verfahren nutzt einen Bindestrich (siehe unten) |
| Fastmail | Ja (Fastmail-Hilfe) | Ja, nachdem du die Adresse hinzugefügt hast | Stimmt ein Zusatz mit einem Ordnernamen überein, landet die Mail in diesem Ordner |
| Proton Mail | Ja, als „plus aliases“ (Plus-Aliasse) (Proton) | Antworten ja: Laut Proton nutzt eine Antwort den Plus-Alias als Absenderadresse | Keine Einrichtung nötig |
| Zoho Mail | Nein | Nicht dokumentiert | Die Hilfe erwähnt nur +task-Adressen, die Aufgaben anlegen |
| Deine eigene Domain | Hängt vom Host ab | Hängt vom Host ab | Siehe unten |
Funktionieren Gmail-Plus-Adressen noch?
Ja. Die Hilfe von Google beschreibt sie weiterhin: Mails an janedoe+school@gmail.com oder janedoe+important.emails@gmail.com gehen an janedoe@gmail.com, mit einem Filter pro Zusatz. Wenn der „Gmail-Plus-Trick“ scheinbar nicht funktioniert, prüfe zuerst die Website, bevor du Gmail die Schuld gibst: Vielleicht hat das Formular das + abgelehnt, oder die Website hat den Zusatz entfernt. Die Checkliste unten deckt beides ab.
Funktioniert Plus-Adressierung mit Outlook?
Das hängt davon ab, welches Outlook du meinst.
- Geschäfts- oder Schulkonten bei Microsoft 365: ja. Laut Microsoft ist Plus-Adressierung „in Exchange Online standardmäßig aktiviert“. Passt kein Postfach zur vollständigen Adresse, versucht Exchange es noch einmal ohne den Zusatz. Zusätze dürfen keine Leerzeichen enthalten, und Nutzer „können keine E-Mails von Plus-Adressen senden“.
- Microsoft 365, wenn Mails mit Zusatz nicht ankommen: Vielleicht hat ein Admin die Funktion abgeschaltet (im Exchange Admin Center unter „Settings“ [Einstellungen] > „Mail flow“ [Nachrichtenfluss] > „Turn off plus addressing for your organization“ [Plus-Adressierung für deine Organisation deaktivieren] oder mit
Set-OrganizationConfig -DisablePlusAddressInRecipients $true). Ältere Anleitungen, laut denen sie standardmäßig ausgeschaltet ist, sind veraltet. - Outlook.com-, Hotmail- und Live-Konten: Microsoft dokumentiert es nicht. Das gilt auch für die Tarife Microsoft 365 Personal und Family, die einem Outlook.com-Postfach Funktionen hinzufügen. In Microsofts Q&A-Forum berichten Nutzer 2024 von Mails mit Zusatz, die per Regel einsortiert wurden, und im August 2026 von einzelnen fehlenden Nachrichten mit Zusatz. Im Thread von 2026 schlug ein Moderator des Microsoft-Forums den passenden Test vor: dieselbe Nachricht an deine normale Adresse und an eine Adresse mit Zusatz senden.
Unterstützt iCloud Plus-Adressierung?
Apple sagt dazu nichts: Die Hilfe zu iCloud Mail erwähnt weder das + noch Subaddressing. Anleitungen von Dritten sind sich uneinig: Manche zeigen, dass es funktioniert, andere sagen, dass Mails an name+tag@icloud.com an den Absender zurückgehen. Teste deine eigene Adresse und, falls du eine eigene Domain nutzt, zusätzlich eine Adresse auf dieser Domain.
Apple dokumentiert andere Wege zu zusätzlichen Adressen, Stand September 2026: bis zu drei Aliasse für iCloud Mail; „E-Mail-Adresse verbergen“ (Hide My Email), das iCloud+ voraussetzt und zufällige Adressen erstellt, die an dich weiterleiten; und die Funktion „Eigene E-Mail-Domain“, ebenfalls mit iCloud+.
Unterstützt Yahoo Mail Plus-Adressierung?
Die Hilfe von Yahoo erwähnt das + nicht, teste es also, bevor du dich darauf verlässt. Yahoos eigene Variante nutzt einen Bindestrich: Wer Yahoo Mail Plus abonniert hat, kann bis zu 500 Wegwerfadressen nach dem Muster nickname-keyword@yahoo.com anlegen (Stand: September 2026), unter „Settings“ (Einstellungen) > „Mailboxes“ (Postfächer) (Yahoo-Hilfe).
Auf deiner eigenen Domain
Das hängt davon ab, wer die Mails der Domain verarbeitet. Das E-Mail-Routing von Cloudflare unterstützt Plus-Adressierung, sobald du sie unter „Compute“ > „Email Service“ (E-Mail-Service) > „Email Routing“ (E-Mail-Routing) > „Settings“ (Einstellungen) einschaltest; user+detail@example.com passt dann auf die Regel für user@example.com (Cloudflare Docs). Bei Postfix, einem verbreiteten Mailserver, ist recipient_delimiter standardmäßig leer, Plus-Adressierung ist also aus, bis der Wert gesetzt wird (Postfix). Die Pakete von Debian und Ubuntu schlagen bei der Installation + vor, deshalb ist sie auf vielen dieser Server eingeschaltet. Eine Catch-all-Adresse geht noch weiter: Mails an jeden beliebigen Namen der Domain kommen an, ganz ohne +.
So testest du deine eigene Adresse
- Sende von einem anderen Konto aus eine Nachricht an deine normale Adresse, etwa
jane@example.com. - Sende eine zweite Nachricht an
jane+test1@example.comund eine dritte anjane+two.parts@example.com, um wie in Googles eigenem Beispiel einen Zusatz mit Punkt zu prüfen. - Warte ein paar Minuten und sieh dann im Posteingang und im Spam- oder Junk-Ordner nach.
- Kommt eine Unzustellbarkeitsnachricht zurück, bewahre sie auf: Ihr Fehlertext nennt den Grund, warum der Server die Adresse mit Zusatz abgelehnt hat.
- Kommt die Nachricht an die normale Adresse an, die mit Zusatz aber nie, verzichte bei Anmeldungen mit dieser Adresse auf Zusätze.
So filterst du Mails an Plus-Adressen
Gmail
Die Schritte von Google am Computer:
- Öffne Gmail. Klicke oben im Suchfeld auf „Show search options“ (Suchoptionen anzeigen).
- Gib unter „To“ (An) die Adresse mit Zusatz ein, etwa
yourname+news@gmail.com. - Klicke auf „Create filter“ (Filter erstellen).
- Wähle aus, was Gmail tun soll, etwa ein Label anwenden oder archivieren, und klicke dann auf „Create filter“.
Google sagt nicht, ob ein Filter für „To“ eine Adresse mit Zusatz erfasst, die nicht in der An-Zeile steht; das kommt bei Bcc und Mailinglisten vor. RFC 5233 bevorzugt aus diesem Grund die Envelope-Adresse (die Zustelladresse) zum Sortieren. Suche in Gmail nach deliveredto:yourname+news@gmail.com (Suchoperatoren); findet die Suche die Nachrichten, erstelle den Filter aus dieser Suche.
Outlook.com und Outlook im Web
- Wähle oben auf der Seite „Settings“ (Einstellungen).
- Wähle „Mail“ > „Rules“ (Regeln) und dann „Add new rule“ (Neue Regel hinzufügen).
- Gib der Regel einen Namen, wähle die Bedingung „Recipient address includes“ (Empfängeradresse enthält) und gib
yourname+ein, um alle Zusätze zu erfassen, oder+news@für nur einen Zusatz. - Wähle eine Aktion, etwa „Move to“ (Verschieben in), und dann „Save“ (Speichern).
Eine Bedingung mit yourname@outlook.com passt nicht auf yourname+news@outlook.com, weil dieser Text in der Adresse mit Zusatz nicht vorkommt. Die Bedingung passt auf jede Adresse, die deinen Text enthält, +news allein würde also auch +newsletters erfassen. Laut Microsofts Hilfe zu Regeln wendet die Beta von Outlook.com eine neue Regel nur auf Mails an, die danach eingehen.
iCloud Mail
Auf dem iPhone mit iOS 26 oder iOS 27 (Apples Anleitung):
- Öffne „Einstellungen“, tippe auf deinen Namen und dann auf „iCloud“.
- Tippe unter „Saved to iCloud“ (In iCloud gesichert) auf „Mail“, dann auf „iCloud Mail Rules“ (iCloud Mail-Regeln) und dann auf „Add Rule“ (Regel hinzufügen).
- Gib einen Namen ein. Wähle im Einblendmenü neben „Message“ (Nachricht) eine Bedingung für den Empfänger und gib die Adresse mit Zusatz in das Textfeld ein.
- Wähle im Einblendmenü neben „Action“ (Aktion) aus, was passieren soll, und tippe dann auf die Taste „Add“ (Hinzufügen).
Auf iCloud.com (Apples Anleitung) wählst du oben in der Liste „Mailboxes“ (Postfächer) die Taste „Settings“ (Einstellungen), dann „Settings“, in der Seitenleiste „Rules“ (Regeln) und schließlich die Taste „Add“ (Hinzufügen). Gib einen Namen ein, lege die Bedingung unter „Message“ (Nachricht) und die Aktion unter „Action“ (Aktion) fest und wähle dann „Add“. Bis eine neue Regel greift, können bis zu 15 Minuten vergehen. Teste zuerst die Zustellung, denn Apple dokumentiert Plus-Adressierung nicht.
Fastmail und Proton Mail
Bei Fastmail brauchst du keine Regel: Benenne einen Ordner nach dem Zusatz, und Mails an jane+hiking@example.com landen in einem Ordner namens Hiking. Bei Proton Mail öffnest du „Settings“ (Einstellungen) > „All settings“ (Alle Einstellungen) > „Proton Mail“ > „Filters“ (Filter) > „Custom filters“ (Eigene Filter) > „Add filter“ (Filter hinzufügen) (Anleitung von Proton) und legst eine Bedingung fest, die auf den Empfänger mit Zusatz passt.
Warum manche Websites ein + in deiner E-Mail-Adresse ablehnen
Die Standards erlauben das +, eine Ablehnung geht also von der Website selbst aus:
- Eine strengere Prüfung als der Standard. Laut Fastmail wird das
+„von manchen Websites fälschlicherweise als ungültig betrachtet“, obwohl RFC 3696 und das E-Mail-Feld des Browsers es akzeptieren. - Eine bewusste Richtlinie. Manche Websites blockieren oder entfernen Zusätze, damit eine Person nicht mehrere Konten anlegt. Die Hinweise von OWASP für Entwickler nennen das „grundsätzlich nicht empfehlenswert“. Die Praxis deute darauf hin, dass der Betreiber „entweder Subaddressing nicht kennt oder verhindern will, dass Nutzer ihn identifizieren, wenn er E-Mail-Adressen weitergibt oder verkauft“.
- Das
+wird zum Leerzeichen. In Formulardaten und in Query-Strings von URLs steht ein+für ein Leerzeichen (URL Standard). Eine Website, die deine Adresse ohne Kodierung über einen Link weitergibt, kann ausjane+shop@example.comsojane shop@example.commachen.
Auch große Unternehmen machen das. Die Seite mit den Sicherheitsinformationen des Microsoft-Kontos lehnt Adressen mit + als Backup-E-Mail-Adresse ab, was ein Microsoft-Moderator als „bewusste Designentscheidung“ bezeichnete, obwohl Exchange Online solche Adressen zustellt. Lehnt ein Formular den Zusatz ab, nimm deine normale Adresse, einen separaten Alias wie eine Adresse von CatchNone oder die Subdomain-Adressierung von Fastmail, die ganz ohne + auskommt (siehe wie die Subdomain-Adressierung von Fastmail funktioniert).
Plus-Adressierung funktioniert nicht? Eine Checkliste
- Das Formular hat die Adresse abgelehnt: Nimm deine normale Adresse oder einen separaten Alias (siehe warum manche Websites ein + ablehnen).
- Es kommt nichts an: Mach den Vergleichstest und sieh im Spam- oder Junk-Ordner nach. Vielleicht stellt dein Anbieter Mails mit Zusatz nicht zu.
- Es scheitert bei einem Geschäftskonto: Vielleicht hat ein Admin von Microsoft 365 die Funktion abgeschaltet.
- Mails kommen ohne Zusatz an: Die Website hat ihn bei der Anmeldung entfernt.
- Der Filter erfasst die Mails nicht: Nutze in Gmail
deliveredto:oder in Outlookyourname+. - Die Punkte stimmen nicht überein: Punkte werden nur bei privaten @gmail.com-Adressen ignoriert. Bei Geschäfts- und Schulkonten sind
j.smithundjsmithverschiedene Adressen. - Ein Bestätigungslink funktioniert nicht: Vielleicht ist aus dem
+ein Leerzeichen geworden. Nimm die normale Adresse oder wende dich an den Support der Website.
Ist Plus-Adressierung sicher? Können Spammer den Zusatz entfernen?
Sicher ist sie in dem Sinn, dass Mails mit Zusatz, wo dein Anbieter es unterstützt, trotzdem in deinem eigenen Posteingang landen. Privat ist sie nicht. Spammer können den Zusatz entfernen, und dazu braucht es keinerlei Können: Deine echte Adresse steckt in jeder Adresse mit Zusatz. Lösche alles vom + bis zum @, und was übrig bleibt, erreicht dich. Die Hilfe von Proton sagt es ganz offen: „Aus einer Plus-Adresse lässt sich deine echte Adresse leicht erraten.“
Das Entfernen steht sogar schon in einer Spezifikation der Werbebranche. Die Spezifikation Unified ID 2.0 (UID2) für Werbe-Identitäten weist Implementierer an, bei gmail.com-Adressen vor dem Hashen das + und alles danach bis zum @ sowie alle Punkte zu entfernen, sodass aus janedoe+home@gmail.com die Adresse janedoe@gmail.com wird.
Ein Zusatz hat also drei Grenzen:
- Er hält deine echte Adresse nicht geheim. Wer die Adresse mit Zusatz sieht, sieht auch die ohne.
- Er kann niemanden aussperren. Ein Filter, der einen Zusatz in den Papierkorb schiebt, blendet die Mails nur für dich aus, und ein Absender, der den Zusatz entfernt, erreicht weiterhin deinen Posteingang.
- Er beweist weniger, als es scheint. Ein Zusatz in Spam-Mails deutet auf ein Unternehmen hin oder auf einen Dienst, mit dem es Daten teilt, nicht darauf, wie die Adresse dort hinausgelangt ist. Einen Zusatz, der nur aus dem Namen der Website besteht, kann jeder erraten, der deine normale Adresse kennt, und Spam ohne Zusatz beweist gar nichts, weil der Zusatz unterwegs entfernt worden sein kann.
Auch bei der Suche nach Datenlecks ist Vorsicht nötig. Laut Have I Been Pwned kommt Plus-Aliasing bei „nur etwa 0,03 % der geladenen Adressen“ vor, und Adressen mit Zusatz behandelt der Dienst nicht gesondert. Suche nach jeder Adresse mit Zusatz, die du verwendet hast, nicht nur nach deiner normalen. Belastbarere Hinweise findest du unter wie du herausfindest, wer deine E-Mail-Adresse verkauft hat.
Der Gmail-Punkt-Trick und weitere Adressen in einem Gmail-Konto
Gmail ignoriert Punkte in privaten Adressen: john.smith@gmail.com und j.o.h.n.s.m.i.t.h@gmail.com erreichen beide johnsmith@gmail.com. Bei Geschäfts- und Schulkonten verändern Punkte die Adresse sehr wohl. Mails an @googlemail.com landen im selben Posteingang. Gmail-Nutzernamen dürfen kein + enthalten, deshalb kann das + als Trennzeichen dienen.
Die Behauptung von „unendlich vielen Gmail-Adressen“ ist einfache Rechnerei: Ein Nutzername mit 10 Zeichen hat 9 Lücken, jede mit oder ohne Punkt, das ergibt 512 Schreibweisen. Sie sind alle ein und dieselbe Adresse, und sowohl Customer Match (Kundenabgleich) von Google Ads als auch UID2 weisen Werbetreibende an, die Punkte zu entfernen. Plus-Zusätze sind genauso unbegrenzt, und jeder enthält weiterhin deine Adresse. Der Punkt-Trick ist kein Werkzeug für mehr Privatsphäre.
Punkte und Zusätze ergeben nie eine separate Adresse. So nutzt du echte zusätzliche Adressen in einem Gmail-Konto, Stand September 2026:
- Weiterleitung: Um die Mails eines anderen Kontos in Gmail zu lesen, schalte in diesem anderen Konto die Weiterleitung ein. Die Gmail-Funktion „Check mail from other accounts“ (E-Mails von anderen Konten abrufen) per POP nimmt keine neuen Nutzer mehr an und endet für bestehende Nutzer im Januar 2027.
- „Senden als“: Sende von bis zu 99 Adressen, die du bereits hast, unter „Einstellungen“ > „See all settings“ (Alle Einstellungen aufrufen) > „Konten & Import“ (oder „Konten“) > „Senden als“. Neue Adressen erstellt das nicht. Ab Januar 2027 streicht Gmail „Senden als“ für Adressen von Drittanbietern wie @yahoo.com oder @outlook.com, nicht aber für Gmail-Adressen, die dir gehören, oder für Workspace-Aliasse.
- Google Workspace: Ein Admin kann ohne Zusatzkosten bis zu 30 Aliasse pro Nutzer hinzufügen.
Plus-Adressierung oder separater Alias
| CatchNone | Plus-Adresse | Andere Aliasse | |
|---|---|---|---|
| Enthält deine echte Adresse | Nein | Ja | Nein |
| Wenn eine Website den Zusatz entfernt | Es gibt nichts zu entfernen | Mails gehen an deine Adresse ohne Zusatz | Es gibt nichts zu entfernen |
Formulare, die + ablehnen |
Enthält kein + |
Abgelehnt | Enthält kein + |
| Wo du die Mails liest | In einer eigenen App, mit Badge für den Alias | In deinem Hauptposteingang | Meist an deinen Posteingang weitergeleitet |
| Mails an genau diese Adresse stoppen | @catchnone.com: abschalten, Absender bekommen einen Rückläufer. Eigene Domain: mit einer Regel bei deinem Anbieter sperren |
Meist nicht; ein Filter blendet sie nur aus | Meist ja: abschalten oder löschen (bei einer Catch-all-Domain brauchst du eine Sperrregel bei deinem Anbieter) |
| Davon antworten | Nur Empfang: Anmelde-Mails bleiben in einer eigenen App | Microsoft 365: nein; Proton: Antworten ja; Fastmail: nach dem Hinzufügen | Hängt vom Dienst ab |
| Kosten | Tarif „Kostenlos“ auf deiner eigenen Domain; @catchnone.com mit Premium |
Kostenlos, wo unterstützt | Kostenlose und kostenpflichtige Dienste, iCloud+ oder deine eigene Domain |
Ein separater Alias ist eine Adresse, die deine Hauptadresse nicht enthält. Er kann von einer Alias-App wie CatchNone stammen, von einem Weiterleitungsdienst, von Apples „E-Mail-Adresse verbergen“ oder von einer Domain, die dir gehört. Welche Arten es gibt, erklärt Was ist ein E-Mail-Alias?; die Möglichkeiten im direkten Vergleich zeigt So verbirgst du deine E-Mail-Adresse.
Wann Plus-Adressierung genügt
Plus-Adressierung ist kostenlos, braucht dort, wo sie unterstützt wird, keine Einrichtung und erledigt eine Aufgabe gut: Mails sortieren, die du gern bekommst. Sie genügt, wenn du Newsletter unter einem Label und Belege in einem Ordner haben willst, und zwar von Websites, denen du deine echte Adresse ohnehin anvertrauen würdest.
Sie genügt nicht, wenn du deine echte Adresse aus der Datenbank eines Unternehmens heraushalten willst, wenn du einen einzelnen Absender stoppen musst, ohne den Rest anzutasten, oder wenn die Website das + ablehnt. Dafür ist ein separater Alias da. Wenn du Mails von Anmeldungen lieber ganz aus deinem Hauptpostfach heraushalten willst, lies, was du als Müll-E-Mail-Adresse nutzen kannst.
Ein eigener Alias pro Website mit CatchNone
Wenn du statt eines Zusatzes für jede Website eine eigene Adresse willst, gibt dir CatchNone eine, in einer eigenen App auf iPhone, iPad und Mac. Jeder Alias ist eine eigene Adresse. Entfernt jemand einen Zusatz, bleibt also der Alias übrig, nicht deine Hauptadresse (auf deiner eigenen Domain ist die Domain weiterhin zu sehen). Jede Nachricht trägt einen Badge für den Alias, den sie erreicht hat, sodass ein Leck oder eine verkaufte Adresse auffällt. Zusätze funktionieren obendrein: Mails an alias+anything@ erscheinen unter diesem Alias, wobei die Zustellung auf deiner eigenen Domain von deinem Anbieter abhängt.
Fang mit einer zufälligen Adresse wie abcde-12345@catchnone.com an, für die du Premium brauchst, aber weder Domain noch DNS noch Postfach einrichten musst; schaltest du eine ab, gehen Mails an den Absender zurück. Oder nutze eine Domain, die dir bereits gehört: Der Tarif „Kostenlos“ umfasst bis zu 10 Aliasse, Lite und Premium haben kein Limit. Die App liest das Postfach dieser Domain nur lesend über IMAP oder JMAP, direkt von deinem Gerät aus, sodass die Mails nie über die Server von CatchNone laufen. Die Mails der Domain müssen schon in diesem Postfach ankommen, meist über eine Catch-all-Adresse, und die App liest nur den Posteingang. Mails, die dein Anbieter woanders ablegt, etwa in einem Ordner von Fastmail für den Zusatz, erscheinen deshalb nicht. „Nicht in Verwendung“ ist nur eine Markierung, sperre die Adresse also mit einer Regel bei deinem Mail-Anbieter. CatchNone empfängt nur, du kannst darin also nicht von einem Alias aus antworten. CatchNone herunterladen, erhältlich für iPhone, iPad und Mac.
Häufige Fragen
Gibt es ein Limit für Gmail-Plus-Adressen?
Google nennt keine Obergrenze für die Zahl der Zusätze. Die praktische Grenze ist die Länge: Nach RFC 5321 darf der Teil vor dem @, Nutzername und Zusatz zusammen, höchstens 64 Zeichen lang sein. Gmail-Nutzernamen haben 6 bis 30 Zeichen, damit bleiben mindestens 34 Zeichen für das + und den Zusatz.
Kann ich von einer Plus-Adresse aus E-Mails senden?
Das hängt vom Anbieter ab. Laut Microsoft können Plus-Adressen bei Geschäfts- und Schulkonten von Microsoft 365 nur empfangen. Bei Fastmail kannst du von einer Plus-Adresse senden, nachdem du sie unter „Settings“ (Einstellungen) > „My email addresses“ (Meine E-Mail-Adressen) > „Add address“ (Adresse hinzufügen) > „Add an address you already own“ (Eine Adresse hinzufügen, die dir bereits gehört) hinzugefügt hast. Laut Proton wird automatisch der Plus-Alias als Absenderadresse verwendet, wenn du auf eine Mail antwortest, die an diesen Plus-Alias ging. Gmail dokumentiert das Senden von einer Plus-Adresse weder im einen noch im anderen Sinn, teste es also, bevor du dich darauf verlässt.
Gibt es einen Generator für Plus-Adressen?
Du brauchst keinen, denn jeder Zusatz funktioniert. Wenn du Bitwarden nutzt: Dessen Generator für Benutzernamen hat den Typ „Plus Addressed Email“ (E-Mail mit Plus-Adresse), der zufällige Zusätze erzeugt oder, in den Browser- und Desktop-Apps, Zusätze auf Basis der Website, etwa alice+github.com@bitwarden.com. Zufällige Adressen, die deine echte nicht enthalten, findest du unter Zufallsgeneratoren für E-Mail-Adressen.
Sollte ich für meine Bank eine Plus-Adresse verwenden?
Behalte für Banken, Behörden und die Kontowiederherstellung deine normale Adresse. Der Kundendienst und Wiederherstellungsformulare erwarten genau die Adresse, mit der du dich registriert hast, und ein vergessener Zusatz ist eine weitere Fehlerquelle.