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Alias-E-Mail-Adresse: Was ist das? Arten und Beispiele

Ein E-Mail-Alias, auch Alias-E-Mail-Adresse oder Alias-Adresse genannt, ist eine zusätzliche Adresse, über die Mails bei dir ankommen. So kannst du sie anstelle deiner Hauptadresse angeben. Der Begriff steht für zwei Dinge, die oft verwechselt werden. Das eine ist eine zweite Adresse für das Konto, das du schon hast, etwa ein Alias in iCloud Mail oder eine Gmail-Plus-Adresse. Das andere ist eine eigene Adresse, die du nur einem Shop oder Dienst gibst, damit deine Hauptadresse nicht in dessen Datenbank landet.

Ein Beispiel: Du meldest dich bei einem Shop mit shop-k7q2@example.com an statt mit jane@example.com. Die Mails des Shops erreichen dich trotzdem, du siehst, an welche Adresse sie gegangen sind, und bei einem Anbieter-Alias oder einem Weiterleitungs-Alias kannst du genau diese eine Adresse abschalten, sobald dort Spam-Mails ankommen. CatchNone ist eine App für die zweite Art: Jeder Shop und jeder Newsletter bekommt eine eigene Adresse, und jede Nachricht zeigt, an welche sie ging, auf iPhone, iPad und Mac.

Wie funktionieren Alias-E-Mail-Adressen? Die fünf Arten

Jeder Alias landet am Ende in einem Postfach, das du liest. Die Arten unterscheiden sich darin, wie die Mails dorthin gelangen.

Art Beispieladresse Wo du ihr begegnest
Alias zum Empfangen und Lesen a2b3-c4dv@example.com CatchNone
Anbieter-Alias jane.writes@example.com iCloud Mail, Google Workspace, Microsoft-Konto, Fastmail Masked Email
Plus-Adresse jane+shop@example.com Gmail, Microsoft 365, Proton Mail
Weiterleitungs-Alias k7q2x9@relay.example.net „E-Mail-Adresse verbergen“ (Hide My Email), SimpleLogin, Proton Pass, addy.io, DuckDuckGo, Firefox Relay
Catch-all-Adresse anything@example.com auf einer Domain, die dir gehört Cloudflare E-Mail-Routing, „Eigene E-Mail-Domain“ von iCloud+

So gelangen die Mails bei jeder Art ans Ziel:

Anbieter-Alias         Absender → dein Postfach
Plus-Adresse           Absender → dein Postfach (Zusatz bleibt erhalten)
Weiterleitungs-Alias   Absender → Alias-Dienst → dein Postfach
Catch-all              Absender → Domain-Postfach (oder an einen Posteingang weitergeleitet)
Empfangen und Lesen    Absender → Dienst der App oder Domain-Postfach → Alias-App

Anbieter-Aliasse

Ein Anbieter-Alias ist eine zweite Adresse für dasselbe Konto. Er nutzt dasselbe Postfach, dasselbe Passwort und denselben Speicherplatz.

  • iCloud Mail: bis zu drei @icloud.com-Aliasse (Stand: September 2026), mit denen du senden und empfangen kannst. Du fügst sie auf icloud.com/mail unter „Settings“ (Einstellungen) > „Add Alias“ (Alias hinzufügen) hinzu. Laut Apple lassen sie sich nicht ändern, übertragen oder umwandeln, und wenn du drei hast und einen löschst, musst du sieben Tage warten, bevor du einen neuen erstellen kannst. Mails an einen Alias, den du deaktivierst oder löschst, gehen an den Absender zurück.
  • Google Workspace: Stand September 2026 kann ein Admin bis zu 30 Aliasse pro Nutzer ohne Aufpreis hinzufügen.
  • Privates Gmail: Laut Google kannst du deine @gmail.com-Adresse unter Umständen ändern. Die alte wird dann zur „alternate email“ (alternativen E-Mail-Adresse), und Mails an beide Adressen landen in deinem Posteingang.
  • Microsoft-Konto (Outlook.com): Microsoft nennt einen Alias inzwischen „another username“ (weiterer Benutzername). Du verwaltest diese Namen unter account.live.com/names/manage, und alle nutzen ein gemeinsames Passwort.
  • Fastmail Masked Email: zufällige Adressen pro Website (die maskierten E-Mail-Adressen von Fastmail), die direkt in deinem Fastmail-Postfach landen, ohne Weiterleitungsdienst dazwischen.

Plus-Adressen

Setz vor das @ ein Pluszeichen und ein Wort, und jane+shop@example.com landet im Posteingang von jane@example.com. Einrichten musst du dafür nichts. Das Verfahren heißt Subaddressing, auf Deutsch meist Plus-Adressierung, und ist in RFC 5233 beschrieben. Ob es unterstützt wird, entscheidet aber jeder Anbieter selbst. Die Gmail-Hilfe nennt solche Adressen „Gmail aliases“ (Gmail-Aliasse), und Microsoft aktiviert sie in Exchange Online standardmäßig.

Für Filter sind sie gut, für den Datenschutz schwach: Wer eine solche Adresse sieht, kann den Zusatz löschen und hat deine echte Adresse, und manche Anmeldeformulare lehnen das +-Zeichen ab. Details findest du im Leitfaden zur Plus-Adressierung in Gmail, Outlook und iCloud.

Weiterleitungs-Aliasse

Ein Alias-Dienst gibt dir für jede Website eine zufällige Adresse und leitet die Mails dieser Website an deinen echten Posteingang weiter. Die Website sieht nur den Alias. Der Dienst sieht alles, denn jede Nachricht läuft über ihn.

„E-Mail-Adresse verbergen“ von Apple ist Teil des kostenpflichtigen iCloud+, und laut Apple kannst du damit so viele Adressen erstellen, wie du brauchst. Auf dem iPhone (iOS 26 und iOS 27) findest du die Funktion unter „Einstellungen“ > „[dein Name]“ > „iCloud“ > „E-Mail-Adresse verbergen“ (Anleitung von Apple). SimpleLogin, Proton Pass, Firefox Relay und addy.io haben kostenlose Tarife mit einer festen Anzahl an Aliassen (die Zahlen findest du unten in den häufigen Fragen), und DuckDuckGo Email Protection ist kostenlos. Wie sich diese Dienste von den eigenen Aliassen von iCloud unterscheiden, erfährst du im Vergleich „E-Mail-Adresse verbergen“ vs. E-Mail-Aliasse.

Catch-all-Adressen

Wenn dir eine Domain gehört, kannst du Mails an jede beliebige Adresse auf dieser Domain annehmen, auch an Adressen, die du dir spontan ausdenkst. Cloudflare E-Mail-Routing bietet dafür eine Catch-all-Regel unter „Compute“ > „Email Service“ > „Email Routing“ > „Routing Rules“ (Routing-Regeln). Ein Postfach stellt Cloudflare dabei nicht bereit: Alles wird an einen Posteingang deiner Wahl weitergeleitet, und eingehende Mails sind im Tarif „Workers Free“ unbegrenzt (Stand: September 2026). Auch die „Eigene E-Mail-Domain“ von iCloud+ kann Mails an Adressen annehmen, die du nicht eingerichtet hast.

Der Haken: Du musst eine Domain verlängern, und auch Mails an jede vertippte oder erratene Adresse kommen an. Beides behandelt der Leitfaden zu Catch-all-Adressen und ihren Risiken.

Alias-Posteingänge zum Empfangen und Lesen

Bei diesem Modell werden Alias-Mails nicht in deinen Hauptposteingang weitergeleitet. Du liest sie in einer eigenen App, die jede Nachricht mit der Adresse kennzeichnet, an die sie ging. Auf der eigenen Domain der App nimmt deren Dienst die Mails entgegen. Auf deiner eigenen Domain stellt dein Anbieter sie weiterhin in ein Postfach zu, das du hast, und die App liest diesen Posteingang. Ist es dein Hauptpostfach, liegen die Nachrichten also auch dort. Das Modell ist bewusst nur zum Empfangen gedacht: Mails von Anmeldungen bleiben in ihrer eigenen App, und du antwortest aus deinem gewohnten Konto.

Wofür nutzt man E-Mail-Aliasse? Beispiele

Vor allem für drei Aufgaben: Mails sortieren, deine Hauptadresse aus den Datenbanken von Unternehmen heraushalten und einer Rolle oder einem Geschäft eine eigene Adresse geben.

  • Newsletter: jane+news@example.com, mit einem Filter, der alles, was an diese Adresse geht, in einen Ordner sortiert.
  • Ein kleines Unternehmen: hello@example.com und billing@example.com als Anbieter-Aliasse im Postfach einer einzigen Person.
  • Ein Onlineshop: eine zufällige Weiterleitungsadresse. Kommen dort plötzlich Spam-Mails an, weißt du, welcher Shop diese Adresse hatte, und schaltest genau diese eine Adresse ab.
  • Hotel-WLAN: hotel-lisbon@example.com, spontan ausgedacht auf einer Catch-all-Domain.

Alias, E-Mail-Adresse oder zweites Konto?

Jeder Alias ist eine E-Mail-Adresse, aber kein Konto. Ein Alias verweist auf ein Postfach, das du bereits hast. Ein zweites Konto ist ein eigenes Postfach mit eigenem Passwort, eigenem Speicherplatz und eigenen Einstellungen zur Wiederherstellung.

Die Anbieter ziehen die Grenze unterschiedlich. Laut Google sind Workspace-Aliasse keine Google-Konten, du kannst dich also nicht mit einem davon anmelden. Microsoft erlaubt die Anmeldung mit jedem Alias deines Kontos. Laut Apple kannst du mit einem iCloud-Alias keinen separaten Apple Account erstellen.

Wenn du eine Trennung willst, die du auch komplett hinter dir lassen kannst, mit anderem Passwort und anderer Telefonnummer zur Wiederherstellung, brauchst du ein zweites Konto. Wenn du mehr Adressen ohne zusätzliche Logins willst, sind Aliasse das Richtige.

Alias oder Weiterleitung: Was ist der Unterschied?

Weiterleitung ist ein Zustellweg: Mails an eine Adresse werden an eine andere weitergeschickt. Ein Alias ist eine Adresse. Viele Aliasse funktionieren per Weiterleitung, Anbieter-Aliasse und Plus-Adressen aber nicht: Bei ihnen landen die Mails in deinem Postfach.

In der Praxis zeigt sich der Unterschied an zwei Stellen. Eine weitergeleitete Nachricht läuft über einen Dritten, der sie sehen kann. Und wenn du als Alias antworten willst, muss dieser Dienst deine Antwort weiterreichen: SimpleLogin etwa gibt jedem Kontakt einen „reverse-alias“ (Rück-Alias).

„Masked Email“ ist ein gängiger Name für einen zufälligen Alias pro Website. Mozilla nennt die Adressen von Firefox Relay „email masks“ (E-Mail-Masken), und Masked Email heißt die Funktion von Fastmail, deren Adressen direkt in deinem Fastmail-Postfach ankommen, statt weitergeleitet zu werden. „E-Mail-Adresse verbergen“ ist Apples Variante: Sie leitet an deine Adresse bei iCloud Mail oder an eine andere Adresse deines Apple Accounts weiter. Nutzt du sie über „Mit Apple anmelden“, leitet die Adresse nur Mails von dieser App oder Website weiter.

Eine einfache Weiterleitung, etwa von allem aus einem alten Postfach an ein neues, ist überhaupt kein Alias.

Kann man von einem E-Mail-Alias senden oder antworten?

Das hängt von der Art ab. Mit Anbieter-Aliassen kannst du meist senden, mit Plus-Adressen meist nicht. Weiterleitungsdienste lassen dich meist antworten, oft aber nur in kostenpflichtigen Tarifen. Der Stand im September 2026:

Art oder Dienst Als Alias antworten Neue E-Mail als Alias beginnen
CatchNone Bewusst nur Empfang: Du antwortest aus deinem gewohnten Konto Nein: Mails von Anmeldungen bleiben in ihrer eigenen App
iCloud-Mail-Alias Ja Ja
Google-Workspace-Alias Ja, nachdem der Nutzer eine eigene Absenderadresse eingerichtet hat Ja, ebenso
Alias beim Microsoft-Konto Ja Ja
Gmail-Plus-Adresse Meist nicht: Antworten gehen von deiner Hauptadresse aus Nicht dokumentiert
Microsoft-365-Plus-Adresse Nein, nur Empfang Nein
„E-Mail-Adresse verbergen“ (iCloud+), Fastmail Masked Email Ja Ja
Weiterleitungsdienste wie SimpleLogin, addy.io, DuckDuckGo und Firefox Relay Meist ja, teils nur in kostenpflichtigen Tarifen Unterschiedlich, oft nur in kostenpflichtigen Tarifen
Catch-all über Cloudflare E-Mail-Routing Nicht über E-Mail-Routing Nicht über E-Mail-Routing

„Senden als“ in Gmail für Adressen von Drittanbietern endet im Januar 2027, und neue Einrichtungen können schon vorher eingeschränkt werden. Google-Workspace-Aliasse sind nicht betroffen. Wenn du aber aus einem privaten Gmail-Konto als deine eigene Domain antwortest, plane dafür einen anderen Weg ein.

Lässt sich ein E-Mail-Alias zu dir zurückverfolgen?

Allein anhand der Adresse nicht, wenn der Alias zufällig ist. Aber die Website hat weiterhin alles andere, was du ihr gegeben hast, und ein Alias hält deine Adresse zwar von Absendern fern, schützt dich aber nicht davor, zurückverfolgt zu werden. Auf diesen Wegen lässt sich ein Alias mit dir in Verbindung bringen:

  1. Alles andere, was du der Website gibst: Dein Name, deine Telefonnummer, deine Lieferadresse und deine Zahlungskarte verknüpfen das Konto mit dir, ganz gleich, welche Adresse du nutzt.
  2. Plus-Adressen: Lösch den Zusatz, und übrig bleibt die echte Adresse.
  3. Aliasse auf einer persönlichen Domain oder einer Subdomain mit deinem Benutzernamen: shop@jane.example.com und news@jane.example.com gehören offensichtlich zur selben Person, und das gilt für jedes Adresspaar auf einer Domain, die nur du nutzt. addy.io weist bei Aliassen unter einem Benutzernamen darauf hin und bietet stattdessen zufällige Aliasse auf einer gemeinsam genutzten Domain an.
  4. Der Alias-Dienst: Er speichert die Verbindung zwischen dem Alias und deiner echten Adresse. Laut Apples US Legal Process Guidelines können grundlegende Kundendaten zu „E-Mail-Adresse verbergen“ mit einer Subpoena (gerichtlichen Anordnung) oder einem weitergehenden rechtlichen Verfahren angefordert werden.
  5. Was du einer Antwort hinzufügst: Firefox Relay warnt, dass ein CC oder BCC in einer Antwort deine echte Adresse preisgibt, und addy.io erinnert dich daran, nicht mit deinem vollen Namen zu unterschreiben.
  6. Fehler: Eine Nachricht, die an eine Adresse von „E-Mail-Adresse verbergen“ ging und als Spam abgelehnt wurde, konnte die echte Adresse der Person in den Mail-Logs des Absenders offenlegen. Die Lücke wurde Apple im Juni 2025 gemeldet, und laut Apple wurde sie mit einem Patch am 3. Juli 2026 vollständig behoben.

Tracking ist eine andere Frage. Ein Alias hindert kein Tracking-Pixel daran, zu melden, dass du eine Nachricht geöffnet hast. Manche Apps und Dienste helfen: CatchNone blockiert externe Bilder, darunter die meisten Tracking-Pixel, bis du sie lädst, und DuckDuckGo und Firefox Relay entfernen Tracker.

Lohnen sich E-Mail-Aliasse?

Für Anmeldungen, Shops und Newsletter meist ja. Sie kosten wenig oder nichts und bieten dir zwei Dinge, die eine einzelne Adresse nicht bieten kann: Du siehst, welche Firma die Adresse hatte, die plötzlich Spam bekommt – ein Hinweis darauf, wer sie weitergegeben oder verkauft hat. Und du kannst einen einzelnen Absender abschneiden, ohne überall deine Adresse zu ändern. Adressen tauchen tatsächlich in Leaks auf: Have I Been Pwned listet mehr als 17 Milliarden betroffene Konten aus mehr als 1.000 Datenlecks (September 2026).

Was schiefgehen kann:

  • Manche Websites lehnen sie ab. Laut Mozillas Firefox Relay FAQ (häufige Fragen zu Firefox Relay) akzeptieren manche Websites keine Adresse mit Subdomain, und andere nehmen inzwischen nur noch Adressen von Gmail-, Hotmail- oder Yahoo-Konten an. Dieselbe Sorge äußerten Nutzer, als Apple plante, „E-Mail-Adresse verbergen“ auf eine separate Domain zu verlegen, und im August 2026 blieb Apple bei icloud.com.
  • Der Dienst kann eingestellt werden. Skiff gab am 9. Februar 2024 bekannt, dass Notion das Unternehmen übernommen hatte, und stellte seine Dienste am 9. August 2024 ein. Wer zugestimmt hatte, behielt die Weiterleitung bis zum 9. Februar 2025. Eine Adresse auf der Domain eines anderen besteht nur so lange, wie dieser sie weiterbetreibt. Eine Adresse auf einer Domain, die dir gehört, kann zu einem neuen Anbieter umziehen.
  • Endet ein kostenpflichtiger Tarif, ändert sich, was funktioniert. Manche Dienste lassen deine Aliasse weiterlaufen, andere deaktivieren einen Teil davon oder stellen das Antworten ein. Prüfe also, wie es bei deinem Dienst aussieht, bevor du kündigst.
  • Du musst mehr im Blick behalten. Notiere dir, welche Adresse du wo verwendet hast, zum Beispiel in deinem Passwort-Manager.

Welche Art passt, hängt von der Aufgabe ab. Zum Filtern nimm eine Plus-Adresse, für eine zweite öffentliche Adresse oder eine Rollenadresse einen Anbieter-Alias, für eine private Adresse pro Anmeldung einen Alias-Posteingang wie CatchNone oder einen Weiterleitungs-Alias und für beliebige Adressen aus dem Stegreif eine Catch-all-Adresse auf einer Domain, die dir gehört. Eine Antwort für jede Situation findest du unter So verbirgst du deine E-Mail-Adresse, die Dienste im direkten Vergleich unter E-Mail-Alias-Anbieter im Vergleich.

Wo du keinen Alias verwenden solltest

Nutze deine echte Adresse oder eine auf einer Domain, die du behältst, für alles, womit du ein Konto wiederherstellen oder deine Identität nachweisen musst: deine Bank, Steuern und Behörden, Gesundheitsversorgung und Rechtsangelegenheiten. Mozillas Relay-FAQ rät dasselbe und nennt zusätzlich Konzerttickets und Bordkarten für Flüge sowie alle Mails, deren Anhänge du unbedingt erhalten musst. Und wenn dein Alias nicht antworten kann, nutze ihn nicht dort, wo du hin- und herschreiben musst, etwa mit einem Vermieter oder bei einer Bewerbung.

Am wichtigsten ist die Wiederherstellungsadresse deines Hauptkontos. Google rät, eine E-Mail-Adresse zu wählen, die du regelmäßig nutzt, aber nicht die, mit der du dich in deinem Google-Konto anmeldest. Hängt diese Adresse von einem Alias-Dienst ab, für den du vielleicht irgendwann nicht mehr zahlst, kannst du dich selbst aussperren.

CatchNone: ein Alias für jede Anmeldung

CatchNone, die App hinter diesem Journal, ist ein Alias-Posteingang zum Empfangen und Lesen und für iPhone, iPad und Mac erhältlich. Du erstellst für jeden Shop, jeden Newsletter oder jedes Konto einen benannten Alias und liest dessen Mails in der App, in der jede Nachricht mit dem Alias gekennzeichnet ist, an den sie ging. So fällt eine geleakte oder verkaufte Adresse sofort auf. Nachrichten öffnen sich mit blockierten externen Bildern, darunter die meisten Tracking-Pixel, bis du sie lädst.

Mit Premium bekommst du zufällige @catchnone.com-Adressen wie abcde-12345@catchnone.com, ganz ohne Domain, DNS oder Postfach, das du einrichten müsstest. Schaltest du eine davon ab, gehen Mails an den Absender zurück. Auf einer Domain, die dir bereits gehört, umfasst der Tarif „Kostenlos“ bis zu 10 Aliasse, mit Lite und Premium gibt es kein Limit. Die Mails der Domain müssen im Posteingang eines Postfachs ankommen, meist über eine Catch-all-Adresse, und dieses Postfach muss IMAP mit Passwort oder App-Passwort oder JMAP mit einem Zugriffstoken unterstützen. Die App liest diesen Posteingang nur lesend von deinem Gerät aus, die Mails laufen also nie über die Server von CatchNone. Auf deiner eigenen Domain ist es nur eine Kennzeichnung, wenn du einen Alias als „Nicht in Verwendung“ markierst. Um eine Adresse zu blockieren, richte bei deinem Mail-Anbieter eine Regel ein.

CatchNone ist bewusst nur zum Empfangen gedacht: Du antwortest aus deinem gewohnten Mail-Account, und dessen Adresse sieht dann jeder, dem du antwortest. Der Dienst von CatchNone speichert Mails an @catchnone.com 30 Tage lang ab Eingang. Endet Premium, werden Mails an diese Adressen beim Eingang gelöscht, bis du wieder ein Abo abschließt und die App öffnest. Die Adressen bleiben für dich reserviert. Lass Mails von deiner Bank und zur Kontowiederherstellung an deine echte Adresse oder an eine Domain gehen, die dir gehört.

Häufige Fragen

Sind E-Mail-Aliasse kostenlos?

Plus-Adressen kosten nichts, und Anbieter-Aliasse sind ohne Aufpreis in deinem E-Mail-Konto enthalten. Um jederzeit Adressen mit „E-Mail-Adresse verbergen“ zu erstellen, brauchst du einen kostenpflichtigen iCloud+-Tarif, die Option „E-Mail-Adresse verbergen“ innerhalb von „Mit Apple anmelden“ steht dir aber auch ohne zur Verfügung. Der Tarif „Kostenlos“ von CatchNone umfasst bis zu 10 Aliasse auf einer Domain, die dir gehört, und @catchnone.com-Adressen erfordern Premium. DuckDuckGo Email Protection ist kostenlos, und SimpleLogin, Proton Pass, Firefox Relay und addy.io haben kostenlose Tarife. Fastmail hat keinen. Eine Catch-all-Adresse kostet die jährliche Verlängerung einer Domain, und eingehende Mails über Cloudflare E-Mail-Routing sind kostenlos.

Wie viele E-Mail-Aliasse kann man haben?

Das hängt vom Anbieter ab. Stand September 2026 erlaubt CatchNone im Tarif „Kostenlos“ bis zu 10 Aliasse auf deiner eigenen Domain und mit Lite und Premium unbegrenzt viele Aliasse auf deinen eigenen Domains. iCloud Mail erlaubt drei @icloud.com-Aliasse, Google Workspace 30 pro Nutzer und Gmail beliebig viele Plus-Adressen. Mit „E-Mail-Adresse verbergen“ kannst du laut Apple so viele Adressen erstellen, wie du brauchst. Die kostenlosen Tarife umfassen 10 Aliasse bei SimpleLogin und Proton Pass und bis zu 50 bei Firefox Relay (manche Relay-Seiten nennen noch 5). Der kostenlose Tarif von addy.io erlaubt unbegrenzt viele Aliasse unter deinem Benutzernamen, aber nur 10 aktive auf seinen gemeinsam genutzten Domains.

Kann ein E-Mail-Alias auf einer anderen Domain liegen?

Oft ja. Plus-Adressen bleiben auf der Domain deines Anbieters, und die eigenen Aliasse von iCloud Mail enden immer auf @icloud.com. Mit einer Domain, die dir gehört, bringen die „Eigene E-Mail-Domain“ von iCloud+ (bis zu fünf Domains, Stand: September 2026) oder eine Catch-all-Adresse Mails an Adressen auf dieser Domain in deinen Posteingang. CatchNone nutzt mit Premium @catchnone.com oder in jedem Tarif eine Domain, die dir gehört. Weiterleitungsdienste nutzen ihre eigenen Domains oder in kostenpflichtigen Tarifen auch deine. Eine Falle: Fügst du eine Gmail- oder Yahoo-Adresse zu einem Microsoft-Konto hinzu, wird sie zu einem Anmeldenamen, und ihre Mails gehen weiterhin an Gmail oder Yahoo.

Warum funktioniert mein E-Mail-Alias nicht?

Der Alias ist vielleicht abgeschaltet oder gelöscht, ein abgelaufener Tarif hat ihn womöglich deaktiviert, oder die Website lehnt Alias-Domains oder das +-Zeichen ab. Ein neuer Google-Workspace-Alias kann bis zu 24 Stunden brauchen, bis er funktioniert. Bei einem Weiterleitungs-Alias sieh im Spam-Ordner des Postfachs nach, an das er weiterleitet, und prüfe, ob du die Zieladresse (bei „E-Mail-Adresse verbergen“ die Einstellung „Weiterleiten an“) noch liest. Der Artikel Warum „E-Mail-Adresse verbergen“ nicht weiterleitet geht die Prüfungen Schritt für Schritt durch. Bei DuckDuckGo werden Antworten nicht unterstützt, wenn deine Weiterleitungsadresse auf einer Domain ohne SPF-Eintrag liegt.

Ist ein Alias dasselbe wie ein Wegwerf-Postfach?

Nein. Temporäre Postfächer laufen oft ab oder sind öffentlich: Mailinator beschreibt seine Adressen als öffentliche Posteingänge, die jeder einsehen kann. Ein Alias ist eine private Adresse, die so lange besteht, wie du und der Dienst dahinter sie weiterbetreiben. Den Unterschied erklärt der Leitfaden zu Wegwerf-E-Mail-Adressen (Burner-E-Mails).

Sind E-Mail-Aliasse sicher?

Ein Alias hält deine Hauptadresse aus der Datenbank eines Unternehmens heraus und begrenzt so, was ein Datenleck oder eine verkaufte Adressliste preisgibt. Vor Phishing schützt er nicht, und der Alias-Dienst verarbeitet jede Nachricht: Apple etwa gibt an, Nachrichten von „E-Mail-Adresse verbergen“ nicht zu lesen, abgesehen von der üblichen Spamfilterung, und sie nach der Zustellung von seinen Weiterleitungsservern zu löschen, meist innerhalb von Sekunden. Ein Alias kann Phishing sogar entlarven: Eine angebliche Nachricht deiner Bank, die an die Adresse geht, die du einem Shop gegeben hast, ist ein Warnsignal, denn deine Bank hatte diese Adresse nie.

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